Was ist Nachhaltige Chemie?

Nachhaltige Chemie (NC) ist der Baustein der Chemie für eine nachhaltige Gesellschaft mit Blick auf Produktgestaltung, Produktion, Ressourcenverbrauch, Arbeitssicherheit, ökonomischen Erfolg und technische Innovation – nicht nur in den Industrie-, sondern auch in den Schwellen- und Entwicklungsländern. NC geht also weit über die Anwendung ökologischer Prinzipien in der chemischen Produktion hinaus.
NC setzt auf:

  • Qualitative Entwicklung: Einsatz ungefährlicher Stoffe oder, wo dies nicht möglich ist, von Stoffen mit geringer Gefährlichkeit für Mensch und Umwelt und ressourcenschonende Herstellung langlebiger und kreislauffähiger Produkte.
  • Quantitative Entwicklung: Verringerung des Verbrauchs von Ressourcen; möglichst Nutzung erneuerbarer Ressourcen; Vermeidung von Emissionen oder Einträgen von Chemikalien oder Schadstoffen in die Umwelt oder, wo dies nicht möglich ist, entsprechende Verringerung; diese Maßnahmen helfen zudem, Kosten zu sparen.
  • Umfassende Lebenswegbetrachtung: Analyse von Rohstoffgewinnung, Herstellung, Weiterverarbeitung, Anwendung und Entsorgung von Chemikalien und Produkten, um den Ressourcen- und Energieverbrauch zu senken und gefährliche Stoffe zu vermeiden.
  • Aktion statt Reaktion: Bereits im Vorfeld vermeiden, dass Chemikalien während ihres Lebenswegs Umwelt und menschliche Gesundheit gefährden und die Umwelt als Quelle und Senke überbeanspruchen; Vermeidung von Schadenskosten und damit von wirtschaftlichen Risiken der Unternehmen und Sanierungskosten für den Staat.
  • Wirtschaftliche Innovation: Entsprechend den Anforderungen der Nachhaltigkeit entwickelte Chemikalien, Produkte und Produktionsweisen schaffen Vertrauen bei industriellen Anwendern und privaten Konsumenten und erschließen damit Wettbewerbsvorteile.